Ein Beitrag zur Chancengleichheit

20 Jahre Hausaufgabenhilfe der Paul-Schneider-Gemeinde

Ein fröhlich-buntes Jubiläum feierte die Hausaufgabenhilfe der Evangelischen Paul-Schneider-Gemeinde aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens. Die ehrenamtlichen Helferinnen schauten zurück auf zwei Jahrzehnte Arbeit an der Grundschule Bad Sobernheim und nahmen die Zukunft der Initiative in den Blick.

Ein besonderes Geschenk zum 20. Geburtstag steuerte die Grundschule bei: Ein Chor der 3. Klassen eröffnete die Feier mit einem Musical über Löwenmut und Hasenherzen. In Szene gesetzt von Inga Sax und Susanne Eßling-Kern brachten die kleinen Sängerinnen und Sänger auf mitreißende Weise ihren Dank für die jahrelange Unterstützung durch die Hausaufgabenhilfe zum Ausdruck. Diese Dankbarkeit spiegelte sich auch in Zitaten der Schülerinnen und Schüler zur Hausaufgabenhilfe wider, die Schulleiterin Kitry Gentner-Knöbel bei der Feier zum Besten gab.

„Die Hausaufgabenhilfe ist längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen und im Betrieb der Grundschule fest etabliert“, erklärte Petra Becker, die seit 2017 den Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen koordiniert. Sie übernahm diese Aufgabe von Sigrid Bettenstedt-Heise, die auf Gründungsleiterin Helga Bohn folgte. Helga Bohn begleitet und unterstützt das Projekt bis heute mit ihrem pädagogischen Wissen.

In den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens hat die Hausaufgabenhilfe einen grundlegenden Wandel der Schulgestaltung miterlebt. Dabei zog sich die gute Zusammenarbeit mit Schulleitung und Kollegium wie ein roter Faden durch die Zeit. „Jetzt sind wir Teil der Hausaufgabenzeit im Ganztagsbetrieb der Grundschule“, beschrieb Petra Becker den aktuellen Stand. Sie dankte den ehrenamtlichen Helferinnen für ihr beständiges Engagement und beschrieb das Ziel von deren Einsatz: „Mit unserer Arbeit können wir vielleicht ein kleines Bisschen mehr Chancengleichheit herstellen.“

Diesen Gedanken griff Volker Kohrs auf, der im Namen der Stadt Bad Sobernheim zum Jubiläum gratulierte und den Helferinnen für ihre ehrenamtliche Leistung dankte. Im Lauf der 20 Jahre haben Petra Becker und ihre aktuell elf Mitstreiterinnen unzählige Kinder bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Dienstags und donnerstags finden sich zurzeit zwischen zehn und 13 Jungen und Mädchen für eine Stunde ein, um sich bei den Hausaufgaben unterstützen zu lassen. Besonders in Deutsch, aber auch in Mathematik sind zusätzliche Erklärungen gefragt.

Auf die Anfänge der Hausaufgabenhilfe ging Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel ein. Entstanden ist die Initiative im Diakonieausschuss der Kirchengemeinde nach einem Seminar zum Armutsbericht, den der Kirchenkreis An Nahe und Glan in Auftrag gegeben hatte. „Der Bericht stellte eine dramatische Verjüngung der Empfänger von Sozialhilfe fest, 47 Prozent von ihnen war damals unter 20 Jahre alt“, erläuterte sie. Als Konsequenz daraus empfahl der Ausschuss ein Unterstützungsprojekt für Kinder der dritten und vierten Klasse. Es wurde im Schuljahr 2004/2005 ins Werk gesetzt. „Die Gemeinde verstand es als Kontrapunkt zur gleichzeitig laufenden Restaurierung der Johann-Michael-Stumm-Orgel in der Matthiaskirche.“ So sei man kritischen Stimmen begegnet, dass man viel Geld in den Erhalt eines alten Instrument stecke, darüber aber Armut in der Gemeinde vergesse. Die Pfarrerin betonte: „Die beiden Pole Diakonie und Kirchenmusik gehören zusammen und halten das Evangelium lebendig.“

So begann die Hilfe für Kinder, die zu Hause beim Lernen wenig Unterstützung haben. Sofort zeigte sich der enorme Bedarf, sodass man den geplanten Ansatz sowohl zeitlich als auch personell rasch erweitern musste. Als „verlässliche Größe in Zeiten des Wandels“ würdigte Kitry Gentner-Knöbel die Initiative und dankte für „unermüdlichen Einsatz und Engagement, die dazu beitragen, soziale und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.“

Deutlich kam zum Ausdruck, dass die Hausaufgabenhilfe ihre Arbeit unverändert fortsetzen will. Dabei wünscht sich das Team Zuwachs. Zwei mögliche Mitstreiterinnen haben bereits ihr Interesse an dem Projekt bekundet. Wer gerne mitmachen möchte, kann sich im Gemeindebüro der Paul-Schneider-Gemeinde darüber informieren. Telefon: 06751-94290, E-Mail: ev.paul-schneider-gemeinde@ekir.de.

Marion Unger

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Einen Blumengruß als Dankeschön erhielten die „Frauen der ersten Stunde“ in der Hausaufgabenhilfe Sigrid Bettenstedt-Heise, Dagmar Lauf und Helga Bohn (2. – 4. von links). Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel (links) dankte Petra Becker (rechts), der Koordinatorin der ehrenamtlichen Mitarbeit. Foto: Marion Unger
Mit einem Musical über Löwenmut und Hasenherzen bedankten sich Kinder der Grundschule Bad Sobernheim für den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz der Hausaufgabenhilfe. Foto: Marion Unger